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Die Raunächte nutzen: ein pragmatischer Blick auf die Zeit zwischen den Jahren – Tipps deiner Trauerrednerin in München

Verschneite Winterlandschaft bei Tag und Nacht mit Sonne und Mond – Symbol für die Raunächte und die Begleitung durch eine Trauerrednerin in München.

Kennt ihr die Raunächte? Mittlerweile kommt man ja kaum noch an ihnen vorbei. Instagram ist voll davon, in jeder Buchhandlung gibt’s ein neues „Raunachts-Set“ – und ich dachte mir irgendwann: Okay, ich befasse mich nun auch mal damit.


Und ich gebe zu: Als Trauerrednerin in München finde ich es inzwischen ziemlich spannend. Nicht, weil ich daran glaube, dass in diesen Nächten irgendwelche magischen Portale aufgehen – sondern weil die Grundidee dahinter ziemlich viel Sinn ergibt. Vor allem dann, wenn man trauert und vielleicht gerade eine Trauerfeier hinter sich hat oder mitten im Abschiednehmen steckt.

Und genau das möchte ich heute mit euch teilen.


Was sind die Raunächte überhaupt?

Kurzversion für alle Pragmatikerinnen und Pragmatiker unter uns:

Die Raunächte sind die zwölf Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar.


Historisch gesehen wurden diese Nächte als eine Art „Pause-Taste des Jahres“ verstanden – ein Zwischenraum, wo man innehält, zurückschaut und ein bisschen sortiert, bevor es weitergeht. Und ich finde, dass allein dieser Gedanke der Seele gut tut. Vor allem, wenn man gerade einen schweren Verlust verarbeiten muss.


Warum die Raunächte so gut zur Trauer passen

Trauer hat ja ihre ganz eigene Zeitrechnung. Man lebt irgendwie zwischen „früher“ und „jetzt“, zwischen Haltlosigkeit und dem Versuch, weiterzumachen. Und genau da passen die Raunächte erstaunlich gut dazu.


Nicht wegen irgendwelcher Mythen – sondern wegen ihrer Haltung, die ich auch oft in meiner Arbeit für eine liebevolle und individuelle Trauerrede wichtig finde:


  1. Innehalten statt durchrennen Die Raunächte sagen: „Du musst nicht sofort ins neue Jahr springen. Atme erstmal.“ Und das ist für Trauernde so wertvoll.

  2. Rückschau ohne Druck Es ist die Zeit, um das vergangene Jahr anzuschauen – egal wie schwierig es war. Ohne dass wir bewerten müssen. Wir dürfen einfach nur wahrnehmen.

  3. Verbindung spüren – auf deine eigene Art Viele sagen, in diesen Nächten sei die „andere Welt“ näher. Und selbst wenn du nicht an sowas glaubst wie ich: manchmal fühlt es sich gut an, diese Wochen bewusst zu nutzen, um mit den eigenen Erinnerungen in Kontakt zu kommen. Man muss nicht spirituell sein, um sich solche Gedanken mal zu erlauben. Nachzudenken, wo unsere verstorbenen Menschen sind. Was wir glauben WOLLEN.


Drei kleine, alltagstaugliche Raunachts-Ideen für Trauernde

Ich bin - wie ihr vermutlich gelesen haben, keine Esoterikerin. Auch nicht der größte Fan von Ritualen oder selbst auferlegten Regeln. Aber manche Rituale tun dennoch gut. Grade in der Trauer. Daher stelle ich euch jetzt einfache, kleine Rituale vor, die euch Halt geben können, wenn alles recht viel ist. und die Trauer und die Verzweiflung überhand nimmt.

  • Die Kerze der Erinnerung Zünde doch mal in jeder der zwölf Nächte eine Kerze an. Du musst dabei nicht groß meditieren oder irgendwas analysieren. Einfach: Kerze an. Kurz hinschauen. Innehalten (merkt man, dass ich Fan des Innehaltens bin? Mir bringt das immer soviel Ruhe). Jede Kerze kann für etwas stehen: eine schöne Erinnerung, eine schwere Erinnerung, ein Dank, ein Wunsch. Und dabei reichen fünf Minuten vollkommen aus. ODer weniger, egal, es soll sich für DICH gut anfühlen.

  • Die „13 Botschaften“ – völlig unmagisch Da gibt es einen klassischen Brauch, den ich persönlich wunderschön finde. Er besagt: 13 Wünsche aufschreiben, zwölf verbrennen, einen behalten.

    Ich hab das mal umgedacht für Menschen, die in Trauer sind. Meine Version für Trauernde lautet demnach: schreib 13 Botschaften, die dir gut tun könnten. Zum Beispiel:

    Ich darf langsamer machen.“

    Ich muss nicht stark sein.“

    Mein Mensch fehlt – und das darf wehtun.“

    Du KANNST sie verbrennen, musst aber nicht, wenn die Symbolik des Verbrennens sich seltsam anfühlt für dich. Ansonsten: verbrenne zwölf Aussagen. Versuche es als Entlastung zu sehen. Als etwas, das du akzeptierst, weil es dir eben gerade so geht, wie es dir geht. Und du dich nicht selbst optimieren musst. Eine Aussage behältst du für das neue Jahr. Etwas, was du vielleicht ins neue Jahr mit hineinnehmen möchtest.

  • "Ausräuchern" auf unsere Weise Traditionell wird in den Raunächten geräuchert. Hast du das schon mal versucht? Ich schon und tatsächlich war mein Mann und mein Kind nicht so begeistert. Es riecht sehr stark. Ich persönlich glaube nicht daran, das man etwas "ausräuchern" kann, aber es tut dennoch irgendwie gut, neue Düfte in das Zuhause zu bringen. Und du musst nicht das ganze Haus einnebeln – ein kleiner Duft reicht:


    Lavendel zum Runterkommen

    Salbei oder einfach eine

    Duftkerze, die du besonders gerne riechst. Gerüche beruhigen uns automatisch. Und es geht gar nicht darum, „negative Energie auszutreiben“, sondern darum, dem Raum – und dir – ein bisschen Luft zu geben.


Ein Gedanke zum Schluss

Die Raunächte enden nicht mit einem großen Aha-Moment.

Nicht mit einem „Jetzt ist alles besser“ und auch keine magische Erleuchtung. Es ist eher ein langsamer Übergang zurück in den Alltag.

Zurück in ein Leben, das sich vielleicht immer noch ungewohnt anfühlt, aber Schritt für Schritt wieder greifbarer wird.


Vielleicht spürst du in einer dieser Nächte ein kleines Aufatmen. Vielleicht taucht eine schöne Erinnerung auf. Oder einfach nur ein kurzer Moment, in dem der Schmerz nicht ganz so weh tut. Und wenn das passiert, dann ist das schon viel.


Die Raunächte sind kein Muss. Sie sind nur eine kleine Einladung an uns, die Pause-Taste zu drücken. Wie so ein kleiner Zwischenraum, in dem du ein bisschen sortieren kannst –so, wie es für dich passt.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Exkurs über die Raunächte gefallen. Lasst gerne ein LIKE, oder schreibt mir, ich freue mich immer über Kommentare, Beiträge oder sonstigen Interaktionen.


Ich wünsche Euch wunderbare Raunächte.


Eure Hanna (Trauerrednerin München)


P.S. Wenn Ihr einen Trauerfall in Eurer Familie habt und eine Trauerrednerin möchtet, die eine liebevolle, sehr individuelle Rede hält und wie eine Freundin an Eurer Seite ist, meldet Euch gerne bei mir jederzeit. Auch über Weihnachten, den Raunächten und Silvester. Ich bin da. Denn den Tod kann man leider nicht planen.




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Edward
22. Dez. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

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