Silvester in Trauer: 5 Wege, den Jahreswechsel mit Deinem Verlust zu überstehen.
- hannalabita80
- 30. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Warum dieser Abend so viel schwerer sein kann, als andere verstehen
Ich persönlich bin nie ein Fan von Silvester gewesen. Das lag aber an meiner Kindheit. Silvester trennten sich meine Eltern und das auf eine nicht so schöne Weise. Und noch heute verbinde ich diesen Abend irgendwie mit Traurigkeit. Das ging nie ganz weg.
Vielleicht berührt mich deshalb das Thema auch so sehr. Und vielleicht schreibe ich diesen Beitrag auch, weil ich weiß, wie viele Menschen gerade rund um den Jahreswechsel besonders leiden – vor allem, wenn ein geliebter Mensch fehlt.
Die Erlaubnis zur Trauer
Der Jahreswechsel wird überall so laut gefeiert: Neuanfang! Gute Vorsätze! Feuerwerk! Freude!
Und gleichzeitig fühlt sich Silvester für Trauernde oft wie eine schmerzhafte Zäsur an.
Das erste Silvester in Trauer ohne deinen Menschen.
Das erste Jahr, das endet, obwohl dein Herz eigentlich stehen geblieben ist.
Warum tut dieser Tag so unglaublich weh?
Weil alle Welt so tut, als müsse man glücklich sein. Feiern müsste. Der Druck von außen kann da oft enorm sein.
Weil das vergangene Jahr noch einmal aufploppt – und mit ihm auch der Verlust.
Weil das neue Jahr so leer, so ungewiss, so fremd wirkt ohne den Menschen, der eigentlich an deiner Seite wäre.
Ich schreibe diesen Beitrag als Trauerrednerin, aber auch als Mensch, der so sehr versteht, wie schwer dieser Abend sein kann. Wie sich das anfühlen kann.
Und mir ist vor allem eines wichtig, festzuhalten:
Trauer braucht keine Deadline. Du musst Silvester nicht “schaffen”. Du darfst einfach so sein, wie du dich fühlst. Verletzlich, nachdenklich und traurig.
5 sanfte Wege, wie du Silvester mit deiner Trauer überstehen kannst
Ich verspreche dir keine großen Lösungen. Kann ich gar nicht. Aber ich kann kleine und für dich vielleicht machbare Schritte aufzeigen – so sanft wie möglich und die es vielleicht wert sind, genauer anzusehen.
I. Die Macht der Entscheidung: Rückzug ist heilsame Selbstfürsorge
Wenn du heute nur einen Satz mitnimmst, dann diesen:
"Deine Bedürfnisse stehen an erster Stelle."
Du musst keine Einladung annehmen. Du musst nicht lächeln, nicht feiern, nicht um Mitternacht Sekt trinken. Es ist völlig okay, Silvester allein zu verbringen oder nur mit den Menschen, die sich wirklich nach „Zuhause“ anfühlen.
Diese Selbstfürsorge ist beim Umgang mit Trauer essenziell.
Und vielleicht wirst du dich dann einsam fühlen, das kann sein. Aber kennst du das Gefühl, sich inmitten von Menschen auch sehr einsam zu fühlen? Hör da auf Dein Bauchgefühl. Vielleicht kannst du ja zur Silvesterparty gehen und aber schon vorab ausmachen, dass du jederzeit ohne großes Aufheben heim kannst, wenn du merkst: ich muss in mein Zuhause.
Manchmal ist Rückzug nämlich die heilsamste Form von Selbstfürsorge.
II. Ein Ritual der Erinnerung – kleine Gesten, große Wirkung
Viele Trauernde erzählen mir, dass Rituale ihnen durch diesen Abend helfen. Rituale lassen uns oft unsere Gefühle symbolisieren, veranschaulichen und geben dadurch in gewisser Weise Halt.
Das kann ganz klein sein:
Eine Kerze für deinen Menschen anzünden.
Einen Brief schreiben.
Seine/ihre Lieblingsmusik hören.
Ein ganz leiser Toast auf das gemeinsame Jahr.
Diese Gesten verbinden. Sie holen den Menschen in gewisser Weise symbolisch zu dir.
III. Vorsätze der Achtsamkeit – Statt großer Pläne für das neue Jahr
Alle machen am 31.12. große Vorsätze. Dabei ist dieser Druck das Letzte, was ein trauerndes Herz braucht.
Wenn du dir aber dennoch auch gerne was vornehmen möchtest, dann versuch es doch mit kleinen Achtsamkeits-Vorsätzen, zum Beispiel:
„Ich erlaube mir jeden Tag 15 Minuten Ruhe.“
„Ich gehe freundlich mit mir um.“
„Ich höre auf, mich dafür zu verurteilen, wie ich fühle.“
Das neue Jahr muss nicht groß sein, es muss nur sanft sein.
IV. Der Blick zurück – Die Liebe und die Anker der Erinnerung
Ja, es tut weh, zurückzuschauen. Aber manchmal trägt uns genau das durch diesen Moment:
Die Erinnerung an all die schönen gemeinsamen Zeiten. Die Momente, die euch geprägt haben. Die Liebe, die bleibt.
Ich sage das oft zu "meinen" Familien, für die ich eine Trauerrede halte: diese Erinnerungen sind euer Anker. Sie sind das, was euch hält, wenn alles andere so sehr wankt.
V. Ein Notfallplan für Mitternacht – weil dieser Moment besonders hart ist
Mitternacht kann dich überrollen. Mitternacht kommt, egal, ob man bereit ist oder nicht.
Und mit Mitternacht oft die Riesenwelle Trauer. Aber eine, die verschlingen möchte. Dich mitreissen möchte.
Und da ich gerne einen Plan im Leben habe, gebe ich als lieben Gedankenanstoß einen Plan mit:
Überlege Dir, welchen Menschen du kurz anrufen könntest an Mitternacht, und mit ihm kurz reden kannst. Oder schreiben.
Such dir einen ruhigen Ort aus (wenn du auf einer Feier bist) – Balkon, Garten, Schlafzimmer. Oder Toilette, eignet sich auch hervorragend :-)
Das Läuten der Glocken oder die Stille draußen als Moment der Verbundenheit nutzen:„Ich denke jetzt ganz bewusst an dich.“
Nichts davon macht den Verlust kleiner. Aber es macht dich ein bisschen sicherer.
Fazit & Herzgedanke zum Mitnehmen
Silvester und Trauer – das ist eine Kombination, über die kaum jemand spricht. Aber sie ist da. Und sie ist schwer, wie ich aus eigenen Erfahrungen weiss.
Du darfst traurig sein. Du darfst dich leer fühlen. Und Du darfst noch nicht bereit sein für ein neues Jahr.
Trauer folgt keinem Kalender. Trauer folgt nur der Liebe.
Und genau diese Liebe ist es, die dich durch diese Nacht trägt.
Wenn du magst, erzähl mir gerne: Wie fühlt sich Silvester für dich an?
Ich lese mit Herz und ganz ohne Bewertung.
Eure Hanna
Wenn du für den Abschied nach den richtigen Worten suchst, um die Liebe und das gemeinsame Leben liebevoll festzuhalten, stehe ich Dir als Trauerrednerin in München und Umgebung zur Seite. Kontaktiere mich hier unverbindlich.




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