Trauerfeier im Winter: was Ihr wissen müsst – Tipps der Trauerrednerin (München)
- hannalabita80
- 6. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Es gibt Dinge, die lernt man erst, wenn man sie wirklich erlebt. Und eine Winter-Trauerfeier als freie Rednerin gehört definitiv dazu.
Jedes Mal, wenn ich ab November eine Trauerfeier halte, denke ich mir:„Okay Hanna, du weißt, was du tust… oder?!”
Und dann stehe ich wieder mitten im FriedWald oder am Waldfriedhof, umgeben von eisiger Luft, klammen Fingern, grauem Himmel – und spüre gleichzeitig diese unglaubliche Wärme, die entsteht, wenn Menschen zusammenstehen und einen geliebten Menschen verabschieden.
Und genau davon möchte ich heute erzählen: was wirklich passiert, wenn eine Trauerrednerin im Winter arbeitet. Euch einen kleinen Einblick geben aus meinem Alltag.
1. Der „Zwiebel-Look“ und die Sache mit den Füßen
Ich bin Kälte generell gewohnt durch das Skifahren. Ich bin gerne draussen, mag auch den Winter sehr gerne. ABER bei Trauerfeiern ist das next level erreicht und ich glaube, ich hatte schon so viele Schichten Kleidung getragen, dass ich mich teilweise gefühlt habe wie ein laufender Schlafsack.
Winter-Trauerfeiern sind tatsächlich kein Spaziergang. Die Balance, sich warm zu halten, um nicht krank zu werden und dennoch noch würdevoll auszusehen ist nicht immer leicht. Und, was für mich sehr wichtig ist: ich möchte NICHT frieren, während ich über das Leben eines Menschen spreche. Weil dann fängt meine Stimme an zu zittern, und ich kann nicht ganz bei der Sache sein.
Deshalb hab ich so meine Methoden entwickelt und ich bin mir sicher, dass meine Kolleginnen und Kollegen noch weitere Tipps hätten:
Thermosohle – mein größter Schatz. Die strahlen Wärme von unten aus.
Thermoleggins unter der Hose. Wahnsinnig wichtig.
Handwärmer in der Manteltasche – mein kleiner Lebensretter.
Handschuhe, die an den Fingerspitzen offen sind. Hab ich aber erst seit heute.
Ich habe schnell gemerkt: wenn meine Füße einfrieren, kann ich nicht mehr gut reden und bin nicht gut in dem, was ich sagen möchte. Und bei meinen Reden muss ich ja fühlen – sonst wird es nicht authentisch.
2. Wenn das Mikrofon beleidigt ist: Meine Top 3 Technik-Tücken im Frost
Ich liebe meine kleine mobile Anlage. Wirklich sehr. Ich bin auch mittlerweile sicher, was sie angeht als NICHT Technik-Freak. Aber im Winter ist sie manchmal… sagen wir… empfindlich.
Die größten Winter-Gegner in meinem Job?
Akkus, die plötzlich meinen: „Ich mach jetzt aus, tschüss.“
Mikrofone, die so tun, als hätten sie keinen Ton gelernt.
Frostige Waldluft, die jede Technik in Sekunden beleidigt.
Gerade im FriedWald passiert es schnell: feuchte Luft, kalter Boden, kein Strom. Und schwupps, ist man auf sich gestellt. Und dann steht man da und hofft, dass das Backup wirklich ein Backup ist.
Deshalb habe ich IMMER:
Ersatz-Batterien
ein zweites Mikro
eine kleine JBL Box
und meine „Notfall-Stimme“, die lauter ist, als man erwartet
Winter-Technik ist wie ein kleines Kind: man muss mit allem rechnen.
3. Zwischen Schneematsch und Kerzenschein: die unglaubliche Magie der Trauerfeier im Winter
Warum bin ich dennoch Fan von Winterbestattungen? Weil sie so besonders sein können. Es ist eine ganz eigene Stimmung in der Kälte. Wenn z.B. die Kerzen angezündet werden.
Wenn das Licht in der Winterluft schimmert. Wenn die Kälte plötzlich leiser wird.
Trauerfeiern im Winter haben etwas, das Sommer-Lebensfeiern nicht haben:
Intimität. Nähe. Wärme mitten in der Kälte.
Die Menschen rücken näher zusammen. Man hört den Atem. Man spürt die Liebe, die im Raum – oder besser gesagt im Wald – hängt.
Und der Kontrast ist so schön:
grauer Himmel
kalter Boden
warme Stimmen
warmes Licht
warme Erinnerungen
Es entsteht eine Atmosphäre, die ich kaum beschreiben kann. Fast magisch ist die.
4. Für Hinterbliebene: Kleine Dinge, die eine Winter-Trauerfeier unglaublich tröstlich machen
Und weil mich viele Familien immer wieder fragen, was sie selbst tun können, damit sich eine Trauerfeier im Winter gut und warm anfühlt, hier ein paar kleine, aber wirkungsvolle Gesten:
• Warme Getränke bereitstellen: ein heißer Tee oder ein Glühwein direkt am Grab oder danach beim Beisammensein – das ist nicht nur angenehm, es verbindet. Man spürt sofort: wir halten zusammen. Wir kümmern uns.
• Decken auslegen oder bereithalten: es ist eine kleine Geste, die wahnsinnig liebevoll ist, denn sie signalisiert: „Du musst hier nicht frieren. Wir schauen aufeinander.“
Und das ist genau die Botschaft, die an einem solchen Tag zählt.
Diese Kleinigkeiten machen eine Winter-Trauerfeier nicht nur erträglicher, sondern richtig liebevoll. Sie schenken Halt, Nähe und Wärme. Manchmal sind es eben genau die unscheinbaren Dinge, die am stärksten trösten.
5. Der Waldfriedhof in Weiß: was es wirklich heißt, bei Minusgraden im Freien zu sprechen
Ich habe schon oft im Winter auf dem Waldfriedhof gestanden. Oder mitten im FriedWald, wo die Bäume bei Frost knacken.
Und glaubt mir:
Der Boden ist so gefroren, dass man manchmal denkt, die Schuhe wachsen fest. Der Atem bildet kleine Wölkchen. Und die Hände kleben am Manuskript fest, weil man es so festhalten muss. Das Mikrofon wird immer eisiger.
Und trotzdem…trotz aller Kälte…hat jede Winterrede ihren ganz eigenen Zauber.
Vielleicht, weil die Natur im Winter extrem still ist. Und diese Stille schenkt den Worten eine besondere Tiefe.
Man hört mich besser. Man ist irgendwie präsenter.
Winterreden sind anstrengend.Aber sie sind auch unglaublich schön.
Das Herz ist ein Thermostat: Wie ich die innere Wärme halte
Und am Ende eines langen, eiskalten Tages frage ich mich manchmal:
„Wie halte ich das eigentlich aus? Wie halte ich mich warm?“
Die Antwort ist relativ einfach: mit all den herzerwärmenden Geschichten. Mit all den bunten Erinnerungen. Und mit ganz viel Liebe.
Die Lebensgeschichten der Menschen wärmen mich – wirklich körperlich. Wenn ich erzähle, was sie geliebt haben, wie sie waren, wie sie gelacht haben…dann wird es warm in mir.
Dann ist es egal, ob es draußen minus acht Grad hat.
Das Herz wird warm, und das ist stärker als jeder Winter.
Fazit: Winter-Trauerfeiern sind kalt – aber voller Wärme
Ja, es ist kalt. Manchmal richtig kalt. Und ja, ich fluche jedes Mal ein bisschen, wenn der Wind durch den Mantel zieht.
Aber:
Die Winterluft macht jede Trauerfeier intensiver. Die Menschen rücken zusammen. Die Erinnerungen leuchten heller. Und ich darf mittendrin stehen und diese Wärme weitergeben.
Das ist für mich das Schönste an meinem Beruf: Dass Wärme nicht abhängig ist von der Jahreszeit. Sondern von Nähe, von der Liebe und von den Geschichten.
Und genau die trage ich im Winter wie im Sommer mit mir –direkt am Herzen.
Eure Hanna
Wenn Ihr eine Trauerrednerin sucht und einen liebevollen Abschied plant, meldet Euch gern bei mir.




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