top of page

Die Rede, die du hören solltest: Deine Lebensrede | Hanna Labita

Eine Frau lacht herzlich und mit geschlossenen Augen in das warme Sonnenlicht. Das Bild strahlt pure Lebensfreude und Erleichterung aus. Es dient als Symbolbild für eine Lebensrede, bei der man gemeinsam lacht und das Leben feiert. Erstellt von Trauerrednerin Hanna Labita aus München, um zu zeigen, dass Dankbarkeit und Freude auch in tiefgründigen Momenten ihren Platz haben.

Ich denke in Reden.

Das klingt verrückt, ich weiß. Aber es ist wahr.


Wenn ich mit meiner besten Freundin Kaffee trinke, formuliere ich in Gedanken schon Sätze über sie. Über ihre Art zu lachen. Darüber, wie sie immer die richtigen Fragen stellt. Oder wie sie im größten Küchen-Koch-Chaos Ruhe bewahrt.

Wenn mein Mann morgens verschlafen in die Küche torkelt, denke ich: "Er ist kein Morgenmensch. Aber setzt sich trotzdem jeden Morgen auf den Sitzsatz zu mir ins Büro und redet mit mir. Das würde ich über ihn erzählen.

Wenn meine Mama anruft und nach drei Minuten schon wieder einen ganzen Sack voll Fragen für mich hat, schmunzle ich und denke: "Sie ist so interessiert an mir, uns. Welcher andere Mensch in meinem Leben interessiert sich so sehr für mich? Das ist ihre Sprache."


Ich denke in Reden. Weil das mein Beruf ist. Aber auch, weil es meine Art ist, Menschen zu sehen, vermute ich.

Und manchmal, in bestimmten Momenten, denke ich: Verdammt, wie schade, dass sie das nie hören werden.


Die Gespräche, die ich führe – wenn es zu spät ist

Ich sitze mit Familien zusammen. Meistens in Küchen oder in Wohnzimmern und meistens mit Taschentüchern auf dem Tisch.

Und ich frage: "Erzähl mir von ihm. Erzähl mir von ihr."

Dann passiert etwas Merkwürdiges. Die Menschen fangen an zu erzählen. Erst sind sie zögerlich, doch das gibt sich oft schnell. Denn dann fließt es aus ihnen heraus.

"Weißt du, sie hat immer gesungen. Furchtbar falsch. Aber voller Überzeugung."

"Er konnte keine Minute stillsitzen. Immer musste er was reparieren, bauen, tüfteln."

"Sie hat jedem zugehört. Stundenlang. Als hätte sie alle Zeit der Welt."

"Er hat die schlechtesten Witze erzählt. Wir nannten sie "Papawitze". Aber er hat dabei so gelacht, dass man mitlachen musste."

Und dann, glaubt mir, kommt fast IMMER dieser Satz:

"Ich hab ihm das nie gesagt."

Oder: "Ich glaube, sie wusste gar nicht, wie sehr ich das an ihr geliebt habe."

Ich sitze da und schreibe mit. Und denke jedes Mal: Warum erzählen wir das erst, wenn jemand nicht mehr da ist?


Was würde sich ändern, wenn du es hören würdest?

Stell dir vor, es ist dein Geburtstag. Oder einfach ein ganz normaler Freitagabend. Du hast liebe Gäste eingeladen.

Und dann, ganz plötzlich, fangen die Menschen, die dich lieben, an zu erzählen. Nicht in kurzen, verlegenen Sätzen. Sondern richtig. So, wie sie bei einer Trauerfeier erzählen würden. Nur dass du zuhörst.

Sie erzählen, wofür sie dir dankbar sind, was du in ihr Leben gebracht hast.

Welche Momente mit dir sie nie vergessen werden und was sie an dir bewundern, auch wenn sie es nie laut gesagt haben.


Wie würde sich das anfühlen?

Würdest du weinen? Wahrscheinlich.

Würdest du es als unangenehm empfinden? Vielleicht am Anfang.

Aber würde es etwas in dir verändern? Absolut.


Warum wir Dankbarkeit aufschieben

Wir denken, wir haben unendlich Zeit. Rational gesehen wissen wir, dass es nicht so ist. Aber eigentlich leben wir so, als hätten wir viel Zeit.


Und wir denken, die anderen wissen es doch eh, was wir an ihnen mögen.

Wir denken, so eine Rede hält man nur, wenn jemand stirbt. Weil es sich sonst komisch anfühlt. Zu pathetisch und zu viel. Etwas verstörend vielleicht auch?


Aber weißt du, was wirklich zu viel ist?

Zu viel ist, wenn jemand sein ganzes Leben nicht gehört hat, was er anderen bedeutet. Und dann ist es zu spät.

Zu viel ist, wenn wir bei Trauerfeiern weinen und sagen: "Ich wünschte, ich hätte es ihr gesagt."

Zu viel ist, wenn wir warten, bis jemand tot ist, um endlich ehrlich zu sein.


Die Lebensrede - mitten aus dem Leben

Ich habe eine Idee.

Und ich weiß, sie klingt ungewöhnlich. Vielleicht sogar ein bisschen verrückt.

Aber ich glaube fest daran:


Wir sollten die Reden halten, solange die Menschen noch leben.

Nicht als Trauerrede. Sondern als Lebensrede.

Zum 50. Geburtstag. Zum Ruhestand. Zur Silberhochzeit. Oder einfach so, an einem Sonntag, weil dir danach ist.


Eine Rede, in der du sagst, was du sonst erst sagen würdest, wenn es zu spät ist.


Wie so eine Rede aussehen könnte

Du versammelst die Familie. Die Freunde. Vielleicht nur die engsten. Vielleicht alle.

Und dann erzählt jemand. Oder mehrere. Oder alle nacheinander.

Sie erzählen von den Momenten, die hängen geblieben sind.

Von den Eigenschaften, die sie bewundern.

Von den Dingen, für die sie dankbar sind.

Sie erzählen, was diese Person in ihr Leben gebracht hat.

Und die Person, um die es geht, sitzt da. Hört zu. Darf weinen. Darf lachen. Darf spüren: Ich bin wichtig. Ich werde gesehen. Ich bedeute etwas.

Kein "Danke für das Geschenk" in drei Sekunden.

Sondern: "Lass mich dir erzählen, was du für mich bist."


Was das mit dir machen würde

Ich glaube, wenn du so eine Rede hören würdest, würde sich etwas in dir verändern.

Du würdest verstehen, dass die kleinen Dinge zählen. Die Art, wie du zuhörst. Wie du lachst. Wie du einfach da bist.

Du würdest vielleicht aufhören, dich so hart zu beurteilen. Weil du hörst, dass andere dich ganz anders sehen, als du dich selbst siehst.

Du würdest spüren: Ich bin genug. Genau so, wie ich bin.

Und vielleicht würdest du auch mutiger werden. Weil du verstehst, dass dein Leben wirklich Spuren hinterlässt. Dass du etwas bewirkst. Dass du zählst.


Warum ich das tue

Ich denke in Reden.

Für meine beste Freundin. Für meinen Mann. Für meine Mama und meinem Papa. Meiner Schwester. Für die Menschen, die ich lieb habe.

Ich formuliere in Gedanken, was ich über sie sagen würde. Wenn es zu spät wäre.


Aber dann denke ich: Warum warte ich?

Warum sage ich es nicht jetzt? Warum schreibe ich es nicht auf? Warum halte ich nicht diese Rede, solange sie noch da sind, um sie zu hören?


Ich habe mir fest vorgenommen, das für meine Lieben zu machen. Ich schreibe wahre Lebensreden. Was ich ja sowieso schon tu, aber für Menschen, die noch bei mir sind. Die mich noch hören.


Ich weiß, es fühlt sich ungewohnt an. Vielleicht sogar ein bisschen irritierend. GANZ eventuell werde ich sie nicht TRAUERreden nennen :-)


Wir sind es nicht gewohnt, so offen über Liebe und Dankbarkeit zu sprechen.

Aber weißt du, was noch irritierender ist?

Dass wir all das denken., fühlen und wissen. Und es nie aussprechen.


Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass wir aufhören, Dankbarkeit aufzuschieben.

Ich wünsche mir, dass wir die Gespräche führen, die wir sonst erst führen, wenn jemand nicht mehr da ist.

Ich wünsche mir, dass wir uns gegenseitig erzählen: "Das bist du für mich. Dafür bin ich dir dankbar. Das würde ich über dich sagen."

Nicht in drei Sätzen. Sondern so ganz richtig und bewusst.


Und ich wünsche mir, dass wir das nicht nur bei Beerdigungen machen. Sondern zu Lebzeiten und immer wieder. Weil es wichtig ist.

Weil Menschen es verdienen, zu hören, was sie bedeuten.

Solange sie noch da sind.


Mein Vorschlag an uns

Überlegen wir uns doch mal: Für wen würden wir eine Rede halten, wenn diese Person morgen nicht mehr da wäre?

Was würden wir sagen?

Welche Geschichten würden wir erzählen?

Wofür wären wir dankbar?

Und dann: Sagen wir es jetzt.

Nicht bei der Trauerfeier. Sondern heute. Oder nächste Woche. Oder zum nächsten Geburtstag.


Schreiben es auf. Sagen es laut. Machen eine kleine Feier daraus. Oder sagen es beim Kaffee, ganz nebenbei.

Aber sagen es.

Weil die Menschen, die wir lieb haben es verdienen, das zu hören.

Und weil wir es verdienen, es auszusprechen.

Was ich für mich gelernt habe

Dass ich es liebe, in Reden zu denken. Und dass diese Reden nicht erst bei Beerdigungen gehalten werden sollten.

Sie sollten mitten im Leben stattfinden.

Denn am Ende bereuen wir nicht, was wir gesagt haben.

Wir bereuen, was wir nicht gesagt haben.

Deine Hanna



PS: Wenn du magst, helfe ich dir dabei. Eine Lebensrede für jemanden zu schreiben, den du liebst. Oder eine Feier zu gestalten, bei der diese Worte Raum haben. Weil ich glaube: Diese Momente verändern Leben.



Du möchtest eine Lebensrede für jemanden gestalten – oder suchst eine Trauerrednerin in München und Bayern?

Ich bin Hanna Labita – freie Trauerrednerin und Traurednerin. Ich glaube fest daran, dass wir die wichtigen Worte nicht aufschieben sollten, bis es zu spät ist.

Wenn du Fragen hast oder ein unverbindliches Gespräch möchtest – schreib mir. Ich bin für dich da.



Oder du rufst mich einfach an: 0176 2387 0300.

Whats App habe ich auch :-)

1 Kommentar

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Gast
vor 3 Tagen
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Super Beitrag ❤️

Gefällt mir
bottom of page