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Highway to Hell bei meiner Trauerfeier? Verdammt nochmal, ja! Die richtige Musik für die Trauerfeier in München

Aktualisiert: 13. Apr.

Eine Person hält eine analoge Stoppuhr in der Hand. Es verdeutlicht den Zeitdruck durch die begrenzte Kapellenzeit bei Bestattungen auf Münchner Friedhöfen, ein zentrales Thema im Blog der Trauerrednerin.


"Welche Musik soll bei der Trauerfeier laufen?"


Ich stelle diese Frage bei jedem Vorgespräch. Und meistens kommt dann: "Etwas Ruhiges. Etwas Schönes. Klassik vielleicht?" Aber manchmal, ganz manchmal, leuchten die Augen auf. Und jemand sagt: "Weißt du was? Er hat AC/DC geliebt. Highway to Hell. Das war sein Lied." Dann kommt meistens eine Pause und ganz viel Unsicherheit. "Aber... das geht doch nicht, oder? Bei einer Beerdigung?" Doch. Es geht. Und weißt du was? Es ist verdammt gut.


Die Trauerfeier, die niemand vergessen hat

Sein Name war Michael, er war 58 Jahre alt. 

Er ist an einem Herzinfarkt gestorben. Viel zu früh, viel zu jung. Seine Frau saß vor mir, die Hände um eine Kaffeetasse geklammert, und sagte: "Er hat AC/DC geliebt. Jeden Morgen im Auto. Laut. Er hat mitgegrölt, auch wenn er nicht singen konnte." Sie lächelte. Zum ersten Mal in unserem Gespräch. "Sein Lieblingslied war Highway to Hell. Aber das kann ich doch nicht bei seiner Bestattung spielen, oder? Die Leute würden denken..." Ich habe sie unterbrochen. "Was würde Michael dazu sagen?" Sie hat gelacht. Richtig laut gelacht und aus vollem Herzen. "Er würde sagen: Verdammt nochmal, spiel das Lied!"


Also haben wir es gespielt.


Als die ersten Gitarrenriffs durch die Trauerhalle krachten, sind ein paar Köpfe hochgeschnellt. Viele waren überrascht, einige irritiert vielleicht. Aber dann haben die Leute angefangen zu grinsen. Bis über beide Ohren. Sie haben sich gegenseitig angeschaut und ein Raunen ging durch die Reihen. Ich hab ein "das hätt ihm gefallen" gehört. Und auch die, die irritierter waren am Anfang, haben gewusst: Das ist Michael. Genau so war er. Und am Ende sind mehr Menschen zu seiner Witwe gekommen und haben gesagt: "Das war die beste Trauerfeier, die ich je erlebt habe. Es war, als wäre er dabei gewesen."


Warum Highway to Hell für die Abschiedsfeier perfekt sein kann

Ich glaube, wir dürfen uns so sehr von dem Gedanken lösen, dass eine Trauerfeier eine Pflichtveranstaltung mit vorgeschriebener Playlist ist. Ganz im Gegenteil, wie ich finde. Eine Trauerfeier ist die letzte Chance, das Leben eines Menschen zu feiern. Und wenn dieser Mensch Highway to Hell geliebt hat, dann gehört dieses Lied zu seinem Leben.


  • Highway to Hell ist laut. 

    Ja. Weil manche Leben waren einfach laut. Manche Menschen waren laut. Sie haben nicht geflüstert. Sie haben gebrüllt. Sie haben so sehr gelebt. Vielleicht headbangend, vielleicht grölend und feiernd. Das Leben ist quasi aus ihnen hinausgepurzelt.

  • Highway to Hell ist rebellisch. 

    Ja! Das ist es. Denn manche Menschen waren genau das auch. Sie haben sich nicht angepasst. Sie haben gemacht, was sie wollten. Sie haben den Mittelfinger gezeigt, wenn alle sagten "So macht man das nicht."

  • Highway to Hell klingt nach Freiheit. 

    Und verdammt, ist das nicht das Schönste, was man über ein Leben sagen kann? Dass jemand frei war. Dass jemand nicht im engen Korsett der Erwartungen gelebt hat, sondern so, wie er wollte.


Die Angst vor dem "Unangemessenen" bei der Bestattung

Ich verstehe die Angst sehr gut. "Was werden die Leute denken?" "Ist das nicht respektlos?" "Highway to Hell... das klingt doch, als wäre er in der Hölle?"


Aber es ist nicht respektlos, sondern bis zum Schluss so lebensbejahend.


Respektlos ist es eher, jemanden im Tod zu einer Person zu machen, die er im Leben nicht war.

Respektlos ist, ein Leben in Mozarts Requiem zu pressen, wenn dieser Mensch Mozart gehasst hat.

Respektlos ist, eine Trauerfeier in der Aussegnungshalle zu gestalten, die so glatt und sauber ist, dass niemand mehr erkennt, wer da eigentlich beerdigt wird.


Michael hat Highway to Hell geliebt. Nicht weil er in die Hölle wollte, sondern weil dieses Lied für ihn Freiheit bedeutet hat, gepaart mit wahnsinnig viel Lebendigkeit und Energie. Und das war er. Bis zum letzten Tag.


Was Musik bei Trauerfeiern wirklich bedeutet

Musik bei Trauerfeiern ist nicht dazu da, um schön zu klingen.

Musik ist dazu da, um zu erzählen. Sie erzählt, wer jemand war. Was er geliebt hat. Wie er gelebt hat.


Wenn ich "Amazing Grace" höre, denke ich an Großmütter. An Tradition und an liebevolle Ruhe. Wenn ich "Time to Say Goodbye" höre, denke ich an Abschied, an Wehmut und an Tränen. Was auch so passend sein kann!


Und wenn ich "Highway to Hell" höre? 

Dann denke ich an Michael. An seinen lauten Humor. An seine Art, das Leben zu nehmen, wie es kommt. An seinen Mut, anders zu sein. Das ist es, was Musik tut. Sie macht jemanden lebendig für ein paar Minuten. Noch ein einziges Mal! Auf der letzten Feier, wo man das Leben nochmals feiern kann.


Die Trauerfeiern, die mir als Trauerrednerin in München in Erinnerung bleiben

Ich habe mittlerweile sehr viele Trauerfeiern begleitet. Und wisst Ihr, welche mir am stärksten in Erinnerung geblieben sind? Nicht die mit den klassischen Stücken oder mit den perfekten Blumenarrangements. Zumindest nicht die, die "angemessen" waren. Sondern die, bei denen ich dachte: Ja. Genau so war diese Person.


  • Die Frau, bei der "I Will Survive" lief. Weil sie eine Kämpferin war bis zum Schluss.

  • Der Mann, bei dem wir einen bayerischen Gstanzl gesungen haben. Laut und schief. Aber mit ganz viel Herz.

  • Die Jugendliche, bei der ihre Lieblingsband lief. So laut, dass die Bänke gewackelt haben. Weil sie das Leben laut gelebt hat.

Das sind die Trauerfeiern, die Menschen nicht vergessen. Weil sie so wahnsinnig echt waren. Weil man die Menschen so sehr gespürt hat, während man sie verabschiedet hat. Weil sie das Leben gefeiert haben, wie es war – nicht wie es hätte sein sollen.


Was ich uns allen für die Planung der Trauerrede mitgeben möchte

Wenn Ihr irgendwann eine Trauerfeier plant – für Euch selbst oder für jemanden, den Ihr liebt – dann fragt Euch nicht: "Was ist angemessen?" Fragt Euch: "Bei welchem Lied fühlen wir sie/ihn am meisten?"


  • Wenn die Antwort AC/DC ist, dann spielt AC/DC.

  • Wenn die Antwort Helene Fischer ist, dann spielt Helene Fischer.

  • Wenn die Antwort Techno ist, dann spielt nochmal Techno.


Eine Trauerfeier ist nicht dazu da, um Konventionen zu erfüllen. Eine Trauerfeier ist dazu da, um ein Leben zu feiern. Mit allem, was dazugehört. Mit der Musik, die dieses Leben begleitet hat. Und wenn das Highway to Hell ist? Dann ist das perfekt.


Highway to Hell – und was das Lied wirklich bedeutet

Lass uns kurz über den Text sprechen.

Ja, es heißt "Highway to Hell". Und ja, manche Menschen denken sofort: "Oh Gott, das geht nicht bei einer Beerdigung!"


Aber wenn wir mal genauer hinhören, sehen wir, dass das Lied nicht von Verdammnis handelt. Es handelt von einem Leben auf der Überholspur, von Freiheit und von dem Mut, seinen eigenen Weg zu gehen – auch wenn andere sagen, dass dieser Weg gefährlich ist.

"I'm on the highway to hell" bedeutet nicht "Ich bin verdammt." Es bedeutet: "Ich lebe mein Leben. Auf meine Art. Ohne Entschuldigung." Und ist das nicht das, was wir bei Trauerreden feiern sollten? Menschen, die ihr Leben gelebt haben. Die sich nicht versteckt haben. Die komplett DA waren.


Meine eigene Playlist und was ich von Michael gelernt habe

Ich habe meine eigene Trauerfeier tatsächlich noch nicht geplant. Noch keine Lieder. 


Weil es noch nicht Klick gemacht hat. 

Weil ich gar nicht so viel Musik höre.


Ich überlasse das dann meiner Familie. Allen voran meinem Sohn, der sehr gerne Musik hört und in Liedern denken kann. Er wird mir was raussuchen, was zu seiner Mama passt. Was zu ihm passt und meinem Mann. Als Familie.


Michaels Trauerfeier war vor zwei Jahren. Aber ich denke immer noch oft daran. An die Witze, die seine Freunde erzählt haben. An das Lachen zwischen den Tränen. An die Gitarrenriffs, die durch die Trauerhalle geknallt sind. Und daran, wie seine Witwe mir nach der Feier die Hand gedrückt und gesagt hat: "Das war er. Genau so war er. Danke."

Michael hat mir gezeigt: Eine Trauerfeier muss nicht leise sein, um würdevoll zu sein. Sie muss echt sein. Und manchmal ist echt eben laut, rebellisch und anders. Manchmal ist echt AC/DC.


Meine liebevolle Bitte an Euch für die Trauerfeier Musik München

Wenn Ihr irgendwann eine Trauerfeier plant, dann traut Euch. Traut Euch, die Musik zu spielen, die zu diesem Menschen gehört. Traut Euch, anders zu sein. Traut Euch, die Konventionen zu brechen. Denn am Ende zählt nur eins: dass die Menschen in diesem Raum spüren, wer da wirklich war. Und wenn das Highway to Hell braucht? Dann spielt es laut und selbstbewusst. Denn das ist es, was eine Trauerfeier sein sollte: Ein letztes, lautes, ehrliches JA zu einem Leben.


Eure Hanna



PS: Ich habe gerade "Highway to Hell" aufgedreht, während ich das geschrieben habe. Auch wenn ich mit AC/DC gar nicht viel anfangen kann eigentlich. Aber wisst Ihr was? Es fühlt sich nicht nach Tod an, sondern nach so viel Leben.

Du suchst eine Trauerrednerin in München und Bayern, die dein Leben feiert – so wie es wirklich war?


Ich bin Hanna Labita – freie Trauerrednerin und Traurednerin. Ich glaube fest daran, dass jeder Abschied so einzigartig sein sollte wie das Leben, das gefeiert wird. Mit der Musik, die passt. Mit den Worten, die wahr sind. Wenn du Fragen hast oder ein unverbindliches Gespräch möchtest – schreib mir. Ich bin für dich da.




Schaut dazu auch gern mein YouTube-Video an:



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