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Unsere Trauerbewältigung: wie Worte in der Lebensrede wirklich helfen können

Nachdenkliches Porträt von Hanna Labita, Trauerrednerin in München, in einer warmen und vertrauensvollen Atmosphäre.

Ich habe neulich eine WhatsApp bekommen. Von einem Angehörigen, dessen Frau ich verabschiedet habe. Es war alles sehr, sehr schwer, denn diese Frau ist recht jung bei einem Unfall verunglückt und hat ihren Mann und ihre noch sehr kleinen Kinder zurückgelassen.


Ich hatte an dem Tag zwei Trauerfeiern, was bei mir wirklich selten vorkommt, aber das hat sich nicht anders legen lassen.

Die Abschiedsfeier dieser Frau war am Samstagnachmittag.

Vorab: bei JEDER Trauerfeier ist die Traurigkeit der Familie und der Gäste zu spüren. Manchmal – wenn das Leben sehr lang sein durfte – ist da auch viel Dankbarkeit dabei, manchmal Fröhlichkeit oder Erleichterung, wenn ein Mensch von Schmerzen erlöst worden ist oder wenn die Familie sich nach einer anstrengenden Pflegezeit verabschieden darf.


Abschied nehmen: wenn die Trauer überwältigend ist

Aber bei manchen Trauerfeiern ist die Trauer einfach überwältigend.

So wie bei dieser hier. Denn die Frau war zu jung, zu sehr mitten im Leben, zu sehr Mama.


Und dann bin ich da vorne neben der Urne gestanden und habe alle Gäste angeschaut. Ich habe gesehen, wie herzzerreißend sie geweint haben. Wie der Ehemann sich geschüttelt hat vor Schmerz und verzweifelt versucht hat, sich der Kinder zuliebe ein bisschen zusammenzureißen.


Und ich habe angefangen zu reden.


Ich habe die Gäste mitgenommen ins Leben dieser wunderbaren, sagenhaften, liebevollen Frau.

  • Die ihre Liebe so großzügig verschenkt hat.

  • Die sich ganz vergessen konnte beim Nähen von Kinderkleidung.

  • Die eine Löwenmama war.

  • Die ganz viel Temperament entwickelt hat, wenn ihr etwas ungerecht vorkam.

  • Und die sich jeden Tag gefragt hat, ob ihre Familie glücklich war.


Die heilende Kraft der Worte in einer Lebensrede

Ich habe gemerkt, dass sich die Gäste ein bisschen entspannt haben. Sie haben gelacht, als wir uns an die vielen verbrannten Muffins erinnert haben, geschmunzelt, als wir an ihre Liebe für Lillet Berry und sagenhaft guten französischen Käse gedacht haben, und geweint, als wir an sie dachten, wie sie manchmal mit beiden Kindern durchs Wohnzimmer getanzt ist. Ganz laut zu Helene Fischer „Atemlos“.


Wir haben uns verabschiedet von einem Menschen, der noch nicht hätte gehen sollen. Wo Sätze wie „sie hatte ein schönes langes Leben“ nicht funktionieren und wo unser Herz vor Ungerechtigkeit schreit. Wo unser Mitgefühl für die kleinen Kinder überquillt und man das Schicksal am liebsten am Schlawittchen packen würde, es fest schütteln und fragen möchte, was zum Teufel es sich dabei bitte gedacht hat.


Nach der Trauerfeier kam direkt eine WhatsApp vom Ehemann. Eine Nachricht, die mich so sehr berührt hat und deswegen teile ich sie heute mit Euch. Selbstverständlich habe ich die Namen geändert.

„Danke Hanna für diese bewegende Rede. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber mir geht es seit dem Tod von Stephi etwas besser. Und das liegt an deinen Worten. Ich habe irgendwie mehr Frieden damit gemacht.“

Warum eine individuelle Trauerrede den Schmerz lindern kann

Seht Ihr, was ich meine?

Worte sind nicht nur Worte. Worte haben die unglaubliche Macht, beizutragen. Weh zu tun, aber auch etwas besser zu machen. Uns nachdenklich werden zu lassen und umzudenken. Und in diesem Fall: den Beginn zum Heilen zu setzen.


Ich glaube, eine liebevolle und vor allem so individuelle einzigartige Trauerrede ist deshalb so wichtig, weil sie das Leben nicht nur zusammenfasst, sondern aus der Vogelperspektive noch einmal erzählt, wofür man dankbar sein darf.


Was für eine unglaublich wichtige Rolle der Mensch in unserem Leben gespielt hat und was Liebe alles zaubern kann.


Es macht es nicht besser, dass der Mensch nicht mehr da ist, aber ein ganz kleines bisschen schubst man diese Wut von sich, diese Verzweiflung ob der Ungerechtigkeit – und man heißt die Dankbarkeit ein bisschen willkommen.


Es gibt kein Happy End, es wird nicht mehr gut. Zeit heilt nicht unsere Wunden, hat sie NIE gemacht. Aber die Dankbarkeit und die Liebe setzen sich leise neben uns. Umarmen uns.

Und gaaaanz tief in uns merken wir: wir werden es schaffen. Mit ganz viel Schmerz, mit vielen Tränen, mit viele Momenten, in denen wir denken, es geht nicht mehr, aber: wir schaffen es. Und so ging es dem Ehemann.


Ich hoffe, ich konnte euch gefühlsmäßig heute wieder in einen kleinen Teil meiner Arbeit mitnehmen und ihr zieht daraus Kraft in irgendeiner Weise.


Mit ganz viel Liebe,

Eure Hanna



Sucht Ihr nach den richtigen Worten für einen schweren Abschied?

Egal, ob es um eine persönliche Lebensrede oder die Gestaltung einer Trauerfeier in München und Umgebung geht – ich unterstütze Euch dabei, Worte zu finden, die trösten und das Leben ehren. Schreibt mir einfach eine Nachricht oder hinterlasst einen Kommentar, wenn dich dieser Beitrag berührt hat.

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